Zentangle®-Kurse  Stuttgart und Umgebungvon und mit Ela Rieger, CZT

Reflektion und Selbstreflektion

Da ist ein Post der mich interessiert und dann passiert es, dass mit der Antwort auf diesen Post, mir selbst Dinge über mich klar werden, die ich vorher in dieser Deutlichkeit nicht wahrgenommen hatte, wie z. B. in dem folgenden Kommentar, den ich in epischer Breite in Facebook geschreiben habe. Es waren in diesem Post so viele interessante und selbstreflektierte Kommentare, die ich aus Respekt nicht kopieren will.

Facebook hat für mich zum Schreiben, ein sehr vorteilhaftes Format, weil es unter 10 cm in der Breite bleibt. 

Ela RiegerEinige Zeit habe ich jetzt überlegt, ob ich dazu schreibe oder nicht, weil ich es nicht mag, mit meiner Krankheit soo öffentlich zu sein und lange Abhandlungen schreiben echt ne Challenge für mich ist. Das Leben hat mir vor 2 Jahren eine absolute Vollbremsung beschert. Ich würde nicht tanglen, wenn ich gesund wäre, sondern vielen anderen Dingen nachgehen, durcheinander, nacheinander, nebeneinander von Aquarell, über Acryl und Öl bis zum Wachs und alles andere was mir gerade in die Finger kommt. Ich würde Portraits zeichnen oder Akte oder auch abstrakte große Formate (über 1 m auf 1 m, mit Gips, Beton, Pappmasche oder Dreckhaufen große Skulpturen machen oder Speckstein schnitzen, Wolle spinnen und an meinem Webstuhl verarbeiten, in jeder freien Minute die mir meine Arbeit und unsere Hausbaustelle und der Garten ließe, wenn dass Wetter nicht für's Motorradfahren passen würde. Das würde ich tun, wenn ich gesund wäre. Meine Krankheit, ich hab Dauerschwankschwindel, will mich gerade zur EU-Rentnerin machen, weil ich weder alleine gehen und stehen, noch mehr wie ein paar Seiten in einem Buch lesen oder Fernsehen kann. Außer Stricken und häkeln konnte ich die letzten beide Jahre nichts mehr und raus nur noch beschränkt weil ich auch nicht mehr fahren kann und ohne Rollator gehen kann und seit ein paar Monaten tangeln und ich bin unendlich froh darum. Früher waren es die großen Formate, die mich reizten. Jetzt kann ich nur noch kleinformatig (konzentriert und 8 cm) - auch lesen kann ich nur, was ich mit meinen Augen erfassen kann, ohne sie bewegen zu müssen. Irgendeinen Sinn muss das haben, sage ich mir seit vielen Monaten und Zentangle, hat mir wieder einen Sinn gegeben. Ein Teil meines Zen's. Letzten November bin ich in YouTube über Paradox gestolpert und fand es spannend. Da ich schon fast "überrüstet" mit nicht mehr genutztem Zeichenmaterial bin, nahm ich mir den kleinsten Block, den ich hatte, 15 x 15 cm und fing an der einen Ecke an Paradox zu zeichnen. Das war - fand ich - verblüffend einfach. Da war die Rede von Zentangle und ich googelte über mein Handy weiter und fand andere Muster. Ich saß da und zeichnete und die innere Vibration, die mein Schwindel in mir auslöst verging - ich wurde ruhig, konzentrierte mich nur auf den Fleck, den ich malte und versank in 15 x 15 , so wie früher auf 50 x 50 oder größer. Mein Mann war begeistert und ich verblüfft. Ein weiterer Teil meines Zen. Dann kam ich 2 Monate in eine Klinik und tangelte weiter und viele von den Mitpatienten, fanden das faszinierend und ich konnte es ihnen zeigen und sie irgendwie schon froh machen damit. Noch ein Teil meines Zen. In der Klinik bot man mir aus Unwissenheit oder Unachtsamkeit immer wieder mal großformatiges Papier an und ich bediente mich irgendwann an größer A1 und machte fast blind einen String über das Format. Dann fing ich in einer Ecke mit einem kleinen Muster an und so sitze ich jetzt immer wieder mal, wenn es mir gut geht, an meinem persönlichen großen Format und zeichne wieder eine kleine Ecke. Ein weiterer Teil meines Zens. Dann war ich bei Diana im Kurs und lernte da etwas sehr wichtiges. Mein Linien und Punkte müssen sich mit den Linien und Punkten anderer vergleichen. Sie sind als das was ich geschaffen habe ganz allein schön sein - kein Leistungsdruck sondern entspannender Genuss. Anfangen und sehen was daraus wird und das planen und kontrollieren sein lassen. Nochmal Zen für mich. Ich kann Dinge schaffen, die sehr schön sind und ich kann das weitergeben und damit vielleicht anderen helfen. Wenn das kein neuer Sinn für mein Leben ist. Wieder Zen. Dann fand ich diese Gruppe und muss jetzt mit meiner veränderten Wahrnehmung in Sachen vergleichender Leistungsdruck feststellen, dass es einfach nur Freude macht die wunderschönen Werke der anderen Mitglieder oder oft auch nur Teile daraus anzusehen, zu bewundern, wert zu schätzen und sich selbst inspirieren zu lassen um sich dann selbst mit einzubringen. Ein wundervolles Zen. Früher nannte ich meine UnVollendetenSachen immer UVOs. Jetzt habe ich noch mein großes Format, das darf Zeit haben zu wachsen, alles andere möchte ich fertig machen. Das ist mir eine Herausforderung, weil ich es Euch zeigen möchte, weil mir das genau so eine Freude macht, wie Eure Bilder anzusehen und zu bewundern. Oben liegen bestimmt 3 Dutzend "nicht ganz fertige Bilder" von mir. Es gibt keine einziges unfertiges ZIA oder Zentangle von mir und ich habe noch nicht ein Bild weggeworfen, weil mir der Anfang nicht gefiehl. Ein wichtiges Zen. Mein Leben räumt sich auf. Was mir zwischenzeitlich immer wieder passiert ist, dass ich vergesse, Bilder einzustellen. ... hmm ich finde meine Bilder jetzt selber so schön, dass ich sie ohne die Anerkennung der anderen wertschätzen kann. Mein eigenes Werk selbst schätzen kann. Das mag Zen sein aber in erster Linie finde ich, dass sich selbst zu genügen eine Gnade ist.  Jesses ist das viel geworden, das verzeiht Ihr mir bitte.  

 

Kommentare (2)

  1. Annett Heinrich

Hallo Ela, ich muss es einfach loswerden. Durch diesen Text, hast du mir gezeigt, dass man sich auch an kleine Dinge erfreuen kann. Ich danke dir für deine positiven Gedanken,obwohl es dir augenscheinlich auch nicht so gut geht! doch Du hast den...

Hallo Ela, ich muss es einfach loswerden. Durch diesen Text, hast du mir gezeigt, dass man sich auch an kleine Dinge erfreuen kann. Ich danke dir für deine positiven Gedanken,obwohl es dir augenscheinlich auch nicht so gut geht! doch Du hast den Mut nicht verloren! DANKE fürs Augen öffnen!

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  1. Ela

Danke Dir Annett, Probleme oder Lebenssituationen kann man - glaube ich - nie miteinander vergleichen, weil sie komplett unterschiedlich wahrgenommen werden und das ist für mich in Ordnung. Aus dem Ding, dass ich immer sage, es geht mir gut, bin...

Danke Dir Annett, Probleme oder Lebenssituationen kann man - glaube ich - nie miteinander vergleichen, weil sie komplett unterschiedlich wahrgenommen werden und das ist für mich in Ordnung. Aus dem Ding, dass ich immer sage, es geht mir gut, bin ich raus aber heute schein die Sonne.

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